Luxoria

Das Königreich des Lichts

Lebendes Treibgut

„Schau mal Sebastian, ist das nicht David der Erfinder mit dem Söldner Ayren, der dort hinter den Ratsmitgliedern steht?“
Der alte Sebastian dreht sich um und betrachtet die Gruppe der Ratsmitglieder und sieht dahinter die beiden Abenteurer stehen. „Du hast recht Adrian, das sind die beiden. David tüftelt schon lange an einer Idee um zur steilen Klippe zu gelangen. Bisher hat er dem Rat noch nichts vorgeschlagen, aber wenn es einer schafft, dann ist er es.“ Er überlegt kurz. „Und ich hoffe daß er gesund zurückkommt, da seine Erfindungen sehr hilfreich sind. Die meisten sind zwar nur was für die Reichen, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.“
Beide Arbeiter, der alte Sebastian und sein junger Helfer Adrian sind damit beschäftigt, die Wrackteile einzufangen, die von den Wellen in die Grotte gespült werden und auf dem Land aufzustapeln.
Sie stehen fast hüfttief im Wasser und obwohl die See draußen stürmisch und rau, wie immer ist, so können die Klippen die die Grotte mit dem Meer verbinden, diese Wellen so abschwächen, das hier lediglich normale Wasserbewegungen entstehen. Somit ist die Grotte ein sicherer Ort und die Arbeiter brauchen keine Angst zu haben, von den Fluten mitgerissen zu werden.
Sebastian ist ein alter Kautz, den man auch gerne Sebastian der Erzähler nennt, da er in seinen 55 Jahren, die er in dieser Welt lebt, bereits sehr viel erlebt hat, was er immer wieder gekonnt in tolle Geschichten einbaut. Er hat graues struppiges Haar und einen Stoppelbart, der zeigt, daß er sich nur alle zwei Wochen rasiert. Die Haut ist Wettergegerbt und man sieht ihm an, daß er seit jeher schwer arbeitet, doch obwohl er für einen Arbeiter bereits ein hohes Alter in dieser gefährlichen Welt erreicht hat, wirkt er immer noch fit und voll von Elan. Jedenfalls versteht er es über seine Gebrechen hinweg zu täuschen.
Adrian hingegen ist mit seinen 17 Jahren noch ein junger Bursche, der noch das meiste vom Leben vor sich hat und wurde Sebastian zugeteilt, um ihn zu unterstützen. Während Sebastian sehr kräftig gebaut ist und mit Stolz seinen Bauch vor sich hin trägt, ist Adrian zwar ebenfalls schon recht kräftig von der harten Arbeit, aber man merkt ihm trotzdem an, daß er noch ein halbes Kind ist.
Und wieder wird eine Ladung der Trümmer in die Grotte gespült und Adrian geht weiter ins Wasser, um die Trümmer näher ans Ufer zu ziehen, während Sebastian gerade weitere Bretter am Ufer aufstapelt.
„Eine Verschwendung“ murmelt er vor sich hin und wirft eine große Holzblanke auf den Haufen. „Ich weiß gar nicht, wie viele ich von diesen Narren schon zu Grabe getragen habe. Das Holz kommt immer zurück, ihre Leichen verschlingt die See, wie ein gieriger Schlund.“
Adrian hat in der Zwischenzeit das Holz näher ans Ufer gezogen und bringt gerade ein paar Latten zum Holzstapel, während Sebastian sich den anderen Trümmern zuwendet um möglichst schnell mit der Arbeit fertig zu werden. Doch plötzlich hält er inne und wirft das Brett, das er in den Händen hält zurück ins Wasser und tritt eilig weiter ins Wasser und wirft eilig einige andere Bretter und Latten auf die Seite, als wenn er etwas besonderes gefunden hätte.
„Schnell Adrian komm her und hilf mir. Beeile dich!“
Doch bevor Adrian ihm helfen kann hat Sebastian bereits das unter den Trümmern rausgezogen, was seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.
„Das glaube ich nicht, da ist wirklich ein Überlebender.“ Ruft er laut und zieht den schlaffen Körper an Land.
Adrian greift ebenfalls zu und zusammen zerren sie den Körper an Land.
„Schnell Adrian, lauf los und hole einen Heiler. Der Arme lebt noch, vielleicht kann der Heiler ihm noch helfen“ und während Sebastian sich um den Abenteurer kümmert verschwindet Adrian so schnell ihn seine Beine tragen in den Gang, der rauf zur Stadt führt.
Nachdenklich betrachtet er den Überlebenden dessen Körper schwere Wunden aufweist. Eines seiner Beine fehlt und aus der Wunde strömt rotes Blut, das über den Boden in Richtung Wasser fließt. Nur langsam und ungleichmäßig bewegt sich sein Brustkorb und es befindet sich kaum noch Leben in seinem Körper.
„Vor zwei Tagen warst Du noch so von dir überzeugt und eingebildet. Du warst dir sicher, daß du zu denen gehören wirst, die das Geheimnis der Klippe lüften werden und somit zum Helden von Haven Eden wirst. Und jetzt bist du nur noch ein Häufchen Elend, mehr tot als lebendig. Was ist da draußen nur mit euch passiert, waren es die Klippen oder einfach nur die raue See?“
Mit einem angeschwemmten Lumpen, der wahrscheinlich ein Stück des Segels war, verbindet er den Rest des Beines, der noch da ist und versucht die Blutung zu stoppen, so gut er kann. „Vielleicht kann der Heiler noch ein Wunder geschehen lassen, aber ich denke kaum, das du dies überleben wirst. Da wurdest du richtig übel zugerichtet“ murmelt der Alte vor sich hin.
David und Ayren sind mittlerweile ebenfalls bei den beiden und versuchen ebenfalls die Blutungen zu stillen, als der Überlebende plötzlich die Augen aufreißt und in die Leere starrt und seine Lippen formen nur ein einziges Wort, bevor er wieder bewußtlos wird.
„Monster!“

weiter geht es mit A003 Das Geheimnis des Toten


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